Der SGB versagen die Nerven

3.LIGA Bruchköbel verwirft bei 28:30-Niederlage gegen SG Nußloch fünf Siebenmeter

Handball – Es ist wie verhext bei der SG Bruchköbel: Schon in der Vorwoche kostete ein verworfener Strafwurf die SGB einen möglichen Punktgewinn, an diesem Sonntag lief es für das Team von Tegaday Ramos-Nuez von der Siebenmeterlinie sogar noch schlechter – von fünf Versuchen trafen die Bruchköbeler keinen einzigen. Dabei bot der stark ersatzgeschwächte Tabellenvorletzte der SG Nußloch zumindest kämpferisch 60 Minuten lang die Stirn.

Ob Milos Kreckovic, Sergej Zutic oder Dennis Weit – egal, wen Ramos-Nuez an die Siebenmeterlinie schickte, der Ball wollte einfach nicht im Tor landen. „Zwei der Versuche sind an Latte oder Pfosten gegangen, da ist dann auch einfach viel Pech dabei“, meinte Weit nach der Partie, aber der permanente Abstiegskampf und die katastrophale Personalsituation haben wohl auch am Nervenkostüm der Bruchköbeler inzwischen Spuren hinterlassen. Auch wegen ihrer Schwäche von der Siebenmeterlinie belohnten sich die Hausherren am Ende erneut nicht für eine engagierte Leistung und unterlagen der SG Nußloch mit 28:30 (15:16).

Die schlechten Nachrichten für die SGB begannen schon vor dem Anpfiff, denn mit Jonas Ulshöfer (Zerrung) und Bastian Schwarz, der an einem Haarriss in der Rippe laboriert, fielen zwei Spieler aus, die Bruchköbel in der aktuellen Situation eigentlich nicht ersetzen kann. Den Gästen ging es da aber ganz ähnlich, denn die SGN musste unter anderem auf die beiden Schlüsselspieler Christian Zeitz und Kevin Bitz verzichten.

Die vielen Ausfälle waren den beiden Teams von Beginn an anzumerken, denn die Partie verlief auf sehr überschaubarem Niveau. Beide Mannschaften leisteten sich eine horrende Anzahl an Fehlern, sodass nur selten richtiger Spielfluss aufkam. Die Hausherren waren dabei in der Anfangsviertelstunde deutlich engagierter als die SGN und führten zwischenzeitlich mit vier Toren. „In den ersten 20 Minuten war bei uns noch nicht viel Kampf“, zeigte sich Gästecoach Christian Job selbstkritisch. Danach stand die Nußlocher Defensive aber immer besser, woraufhin der Tabellenzweite langsam die Spielkontrolle an sich riss. Beim Pausenpfiff lag Bruchköbel mit einem Tor hinten und dürfte seinen zahlreichen vergebenen Chancen nachgetrauert haben, denn schon in der ersten Hälfte vergabe die SGB unter anderem drei Siebenmeter.

Kampf und Krampf bestimmten auch nach dem Seitenwechsel das Geschehen auf dem Spielfeld, wobei sich keine Mannschaft wirklich absetzen konnte und die Führung hin- und herwechselte: Nach 40 Minuten lag Bruchköbel mit zwei Toren hinten, eine Viertelstunde später führten die Gastgeber dann mit 28:26 – und das, obwohl die SGB den Nußlocher Rechtsaußen Max Schmitt, der am Ende auf zwölf Tore kommen sollte, zu keiner Zeit in den Griff bekam.

Dieser knappe Vorsprung sollte die Schlussminuten allerdings nicht überstehen, denn obwohl die Hausherren in den letzten fünf Minuten zwei Siebenmeter zugesprochen bekamen, erzielten sie kein Tor mehr, der gegnerische Kasten war wie vernagelt. Ramos-Nuez versuchte in der Schlussminute noch, mit einem zusätzlichen Feldspieler zumindest das Unentschieden zu erzwingen, aber Zutics alles entscheidender Wurf wurde abgeblockt. Im Gegenzug hatte Nußloch dann wenig Mühe, den Ball ins verwaiste Bruchköbeler Tor zu werfen.

„Das war ein nervenaufreibendes Spiel und sicher kein handballerischer Leckerbissen“, wusste Gästetrainer Job die Partie gut einzuordnen, „am Ende war der Sieg für uns ein bisschen glücklich.“ Weit, mit neun Treffern bester Schütze der SGB, sah in den vielen vergebenen Siebenmetern „zwar einen Faktor, aber bei uns haben heute einige Dinge nicht gepasst, obwohl wir eigentlich gut ins Spiel gekommen sind.“ Letzten Endes habe sich Nußloch einfach als die cleverere, erfahrenere Mannschaft erwiesen, den Bruchköbelern hingegen ging erneut ein möglicher Punktgewinn durch die Lappen.

SG Bruchköbel: Mike Bätz, Marius Sulzbach; Stephan Denhard (1), Sebastian Dietrich (1), Aydin Günes (6), Fatih Günes, Joshua Kraus, Milos Kreckovic (4), Max Panther (4), Edi Pjanic, Dennis Weit (9), Sergej Zutic (3) – Schiedsrichter: Engeln/ Schmitz – Siebenmeter: SGB 5/0, SGN 5/3 – Zeitstrafen: SGB 3, SGN 4 – Zuschauer: 500

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