08/17 Interview mit Yannik Woiwod

Da gibt es einen Spieler unter unseren Neuzugängen, da bin ich total kleu, ihn endlich bei uns in einem Pflichtspiel sehen zu können. Er hat in der letzten Saison unsere lebende Legende Ante Vuko durch sein Spiel so beeindruckt, dass Ante ihn persönlich als Wunschkandidat für seine eigene Nachfolge gekürt hat. Wir sind sehr glücklich, dass er in Zukunft nie wieder gegen und dafür nun für uns spielt! Herzlich Willkommen YANNIK WOIWOD bei der SG Bruchköbel, als Abräumer in der Abwehr und als Vollstrecker am Kreis. Und ich ärgere mich im Nachhinein doch etwas, dass ich ihn vergessen habe zu fragen, wie es für ihn als Schalke-Fan ist, nun bei uns in Schwarz-Gelb zu spielen!?
OH: Lieber Yannik, zunächst die Frage, was ist dein erster Eindruck von Bruchköbel, dem Verein und deiner neuen Mannschaft?
YW: Über Verein und über Bruchköbel kann ich bislang noch nicht viel sagen, meine neue Mannschaft ist jedoch eine junge Supertruppe, mit genialen Typen im Team.
OH: Du hast dich besonders gefreut auf das Zusammenspiel mit einigen der anderen Neuzugänge, mit wem hast du schon zusammengespielt und mit wem wolltest du unbedingt zusammenspielen?
YW: Ich hatte mit Dennis Köhler in Kleenheim einen unglaublich erfahrenen Mitte- Mann, der mir sein Handballspiel sprichwörtlich eingeprügelt hat und mich dadurch zu einem besseren Kreisläufer machte. Deswegen war die Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit Tega besonders groß. Seine Erfahrung und Spielintelligenz sind außergewöhnlich. Außerdem hat es mich beeindruckt, wie Jonas Ulshöfer mit 24 Jahren seine letztjährige Mannschaft gelenkt und geführt hat. Da ich von beiden so viel wie nur möglich lernen möchte, kommt es des Öfteren mal vor, dass ich sie mit meinen Fragen nerve – aber da müssen sie durch.
OH: Wie klappt eure Mittelhessen-Fahrgemeinschaft bisher?
YW: Bisher muss ich sagen, dass es hervorragend klappt. Dank Maxi (Kraushaar, Anm. d. Red.) und Edi (Pjanic, Anm. d. Red.) kommen mir die Fahrten vor, als wären wir nur 10 Minuten unterwegs. Wir kommen uns da bei allmöglichen Planänderungen entgegen und machen das Beste daraus.
OH: Du wirst bei uns als der perfekte Nachfolger für Ante Vuko angesehen, sowohl was die Abwehrarbeit betrifft, als auch als Kreisläufer im Angriff. Findest du das eher eine Ehre, so vorgestellt zu werden oder eine Belastung, immerhin hat Ante diesen Job bei uns in der Oberliga 17 Jahre erfolgreich bestritten?
YW: Ich fühle mich geehrt und empfinde es keinesfalls als Belastung, wenn ich in dieser Art und Weise mit Ante verglichen werde. Aber ich trete in große Fußstapfen: was er auf und neben dem Platz geleistet hat, ist einfach riesig. Ante ist ein absolutes Vorbild und eine Identifikationsfigur für alle Spieler der SGB. Das kann ich von mir noch nicht behaupten.
OH: Wie willst du es schaffen, dass du in der Abwehr deinen Gegenspielern das Fürchten lehrst, ohne dabei allzu große Bekanntheit bei den Schiedsrichtergespannen zu erlangen?
YW: Da frage ich einfach Ante.
OH: Oh nein. Den Ante kannst du wirklich alles fragen, aber wie man bei den Schiedsrichtern ein unbeschriebenes Blatt bleibt, das solltest du vielleicht jemand anderen fragen. Dein Vorbild ist Jannik Kohlbacher von der HSG Wetzlar, da könnte man tatsächlich einige Parallelen erkennen. Hast du schon einmal gegen ihn gespielt?
YW: Ja, ich habe tatsächlich schon einmal im DHB-Pokal mit der SG Kleenheim im Jahr 2015 gegen ihn gespielt. Mein wirkliches Vorbild ist jedoch mein ehemaliger Trainer und Mitspieler Julian Reusch. Seine Meinung, in sportlicher und privater Sicht, hat bei mir enormen Stellenwert.
OH: Zu deinen bisherigen Erfolgen gehört die Teilnahme am Amateur-Pokalfinale in Hamburg, wie kam es dazu?
YW: Mit der SG Kleenheim haben wir uns durch den Sieg bei etlichen Qualifikationsspielen neben dem eigentlichen Spielbetrieb für dieses einmalige Event qualifiziert. Leider war meine Rolle im Team zu diesem Zeitpunkt nicht besonders groß und ich konnte spielerisch nicht zu einem möglichen Erfolg weiterhelfen. Trotzdem war das ganze Drumherum sehr spektakulär.
OH: Die Freude auf die erste Drittligasaison ist riesig in Bruchköbel, was möchtest du euren Fans auf diesem Wege mitteilen?
YW: Die herrschende Euphorie spürt jeder Spieler in der Mannschaft. Wir sind richtig heiß auf den Saisonauftakt und werden alles tun, um so viele Punkte wie möglich in die Dreispitzhalle zu bekommen.
OH: Und was verrätst du uns über dein Privatleben, was studierst du und welche Ziele und Hobbys hast du neben dem Sport?
YW: Ich studiere aktuell Wirtschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, bin damit aber nur mittelmäßig zufrieden und werde beruflich eine andere Richtung einschlagen.
OH: Wer hat dir eigentlich den Spitznamen „Kleu“ verpasst? Und was zum Teufel bedeutet das eigentlich?
YW: In Kleenheim werde ich von ehemaligen Mitspielern und Freunden „Kleu“ genannt. Im mittelhessischen Platt ist jemand „kleu“, wenn er vernarrt oder heiß auf etwas ist. Und durch meine manchmal etwas übermotivierte Art Handball und speziell Abwehr zu spielen, hat man mir diesen Spitznamen gegeben.
OH: Ich bin mir sicher, die Handballfans in Bruchköbel werden diesen Begriff sofort in ihren Wortschatz aufnehmen, wenn sie dieses Interview gelesen haben, und vor Allem, wenn sie dich zum ersten Mal haben spielen sehen. Ich bedanke mich recht herzlich für dieses ausführliche Gespräch und wünsche dir sportlich und privat alles Gute in deiner Zeit bei uns in Bruchköbel.

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