08/17 Interview mit Marius Sulzbach

Wenn ein Spieler gefragt wird, ob er uns schon in der ersten Ausgabe der Handball Aktuell ein Interview gibt und mit einem Augenzwinkern antwortet: „Natürlich! Eine Nummer 1 muss selbstverständlich in Ausgabe 1 bereit stehen!“, dann zeigt uns das, dass hier jemand Selbstvertrauen hat und bei der SGB etwas erreichen möchte. Zum Glück haben wir in dieser Saison gleich drei Torhüter im Kader, denen die 1 gut stehen würde! Unser neuer Mann zwischen den Pfosten hat tatsächlich schon 1. Bundesliga gespielt, hat die letzten zwei Jahre das Drittligator in Gelnhausen gehütet und auch in der Jugend und mit seinem Universitätsteam schon reichlich Erfahrung sammeln können. Wir freuen uns sehr ihn bei uns im Tor begrüßen zu dürfen: MARIUS SULZBACH. Kleiner Tipp an unsere Leser: Sie erkennen unsere NEUE Nummer 1 an der 12, die er auf dem Trikot trägt (nicht weitersagen!).
OH: Lieber Marius, auch die Handball Aktuell heißt dich noch einmal Herzlich Willkommen bei der SGB. Wenn man dich in der Vorbereitung sieht oder anspricht, kommt es einem vor, als würdest du schon immer hier bei uns spielen, hast du dich tatsächlich so schnell eingewöhnt?
MS: Auf jeden Fall, es herrscht schon vor Saisonbeginn ein einmaliger Zusammenhalt im ganzen Team. Die Mannschaft ist überhaupt sehr tolerant und offen.
OH: Du hast der SGB für diese Saison schon zugesagt, als der Aufstieg in die 3. Liga noch nicht feststand, was war für dich ausschlaggebend für den Wechsel nach Bruchköbel?
MS: Zum einen der hervorragende Kontakt und die konstruktiven Gespräche mit Uwe Steinkrüger, der mich vom Projekt Bruchköbel überzeugt hat, und zum anderen meine persönliche Entscheidung den Weg aus dem kleinen Gelnhausen heraus in das große Frankfurt anzutreten. Für mich hat Bruchköbel, auch mit dem Ausblick in der 3. Liga zu spielen, dann einfach perfekt in den Lebensplan gepasst. Natürlich hätte ich auch Oberliga mit der SGB gespielt, aber habe schon das letztendlich auch realisierte Ziel 3. Liga angestrebt.
OH: Wie lief die Vorbereitung für dich und das gesamte Team, seid ihr bereit, um in der 3. Liga eine Überraschung zu schaffen?
MS: Für mich persönlich lief die Vorbereitung sehr gut. Wir hatten sehr viele läuferisch geprägte Einheiten, die mich im Bereich der Fitness weitergebracht haben und auch die Spielzeiten in allen Vorbereitungsspielen waren aus meiner Sicht optimal, um erfolgreich in die anstehende Saison zu starten. Die Mannschaft im Allgemeinen hat in der kurzen Zeit, in der ich hier in Bruchköbel bin, großes Durchhaltevermögen und Teamgeist bewiesen. Ich hoffe, dass uns diese Eigenschaften einen erfolgreichen Start und letztendlich auch Abschluss der Runde beschaffen werden.
OH: Obwohl du erst Anfang 20 bist, hast du doch schon einiges erlebt in deiner bisherigen Handballkarriere. Was ist die aufregendste Erinnerung, die dir zuerst einfällt?
MS: Wenn ich ein Spiel hervorheben muss, dann ist es mein Bundesligaeinsatz mit der HSG Wetzlar gegen TuS N-Lübbecke. Damals war Magnus Dahl verletzt und ich durfte in der Rittal-Arena die letzten 10 Minuten spielen. Als Krönung des ganzen standen am Ende sogar zwei Paraden auf meinem Konto. An diesem Abend hat einfach alles gestimmt.
OH: Neben dem Einsatz in der 1. Bundesliga, hast du noch weitere Erfolge wie verlustpunktfreier Aufstieg in die Oberliga, Aufstieg in die 3. Liga und jetzt aktuell die Teilnahme an der Uni-EM miterlebt. Mit welchen aktuellen Mitspielern hast du da in der Vergangenheit zusammen gespielt?
MS: Im aktuellen Kader sind zum einen Jonas Ulshöfer und Jannik Hoffmann, mit denen ich auf der universitären Ebene schon den einen oder anderen Erfolg zu bejubeln hatte. Mit Edi Pjanic habe ich in der Jugend und im ersten Jahr der Aktiven zusammengespielt und auch Jonas Heuer kenne ich aus der Jugend in Wetzlar. Alles in Allem kann man schon sagen, dass gerade auch die gemeinsame Vergangenheit mit einigen Spielern es erleichtert hat, mich hier wohl zu fühlen.
OH: Die Euphorie im Umfeld des Vereins nach dem Aufstieg ist sehr groß, du kennst die Verhältnisse in Wetzlar sowie in Gelnhausen, wo du die letzten 3 Jahre gespielt hast. Siehst du in Bruchköbel das Potential, um sich in der 3. Liga zu etablieren?
MS: Natürlich muss man sagen, dass in einem etablierten Erstligaclub oder einem Verein mit Zweitliga-Erfahrung andere Strukturen schon vorherrschen, aber was ich in Bruchköbel wahrnehme ist ein unglaublicher ‚Schaffensgeist‘. Alles was hier als Problem im Sinne des Erfolges wahrgenommen wird, wird sofort gelöst. Man merkt, dass jeder hier hinter dem Projekt steht und genau diese Euphorie, wie ich sie auch schon in Gelnhausen im Aufstiegsjahr erlebt habe, beflügelt und motiviert enorm. Man hat einfach Lust gemeinsam etwas zu schaffen! In diesem Sinne sehe ich auf jeden Fall das Potential, denn hier ist einfach die Bereitschaft da und das ist das Wichtigste in meinen Augen.
OH: Was kannst du uns über dich persönlich verraten, was studierst du in Frankfurt, welche anderen Sportarten interessieren dich und bleibt auch noch Zeit für andere Hobbys neben dem Sport?
MS: Momentan habe ich sehr viel um die Ohren. Ich studiere Volkswirtschaftslehre an der Goethe- Universität in Frankfurt und schreibe aktuell an meiner Bachelor-Arbeit, denn ich befinde mich bereits in den Abendstunden meines Studiums. Darüber hinaus bin ich an der Universität als Hilfswissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt und arbeite am Lehrstuhl für Mikroökonomie. Neben dem Handball habe ich noch die Torhüter der Jugend (Speziell A-Jugend) in Gelnhausen unter meiner Obhut. Die Zeit ist dann in der Tat relativ knapp, aber ich bin ein leidenschaftlicher Tischfußball-Spieler und bestreite auch in dieser Sportart das ein oder andere Turnier. Ansonsten nur ganz normales Zeug, eben mit Freunden treffen oder mal eine Runde Fifa auf der Playstation spielen.
OH: Oh ha, wenn ich das alles höre, dazu die Trainingszeiten in eurer Vorbereitung zähle und mir die Länge deiner Antworten in diesem Interview anschaue, glaube ich, bei dir hat ein Tag wohl mehr als 24 Stunden…aber wie du das alles schaffst, kannst du uns im nächsten Interview verraten. Ich freue mich jetzt schon darauf – lieber Marius, vielen Dank und viel Spaß in Bruchköbel!

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