12/16 Interview mit Sergej Zutic

In einem guten Handballteam hat man erst genug Linkshänder, wenn man merkt, dass man keinen Rechtshänder mehr hat…anders gesagt, gute Linkshänder sind immer gold wert! Umso größer war bei allen Beteiligten die Freude, als vor dieser Saison schon sehr früh feststand, dass er zur SGB wechseln wird. Ein Spieler, der noch so jung ist, dass er perfekt zu unserem Tempohandball passt, und der schon jede Menge Erfahrung mitbringt, da er zuletzt in der 3. Liga gespielt hat. Anpassungsprobleme gab es bei ihm überhaupt nicht, im Gegenteil, hat er doch in fast jedem Spiel bisher seine drei bis vier Tore zum Erfolg beigesteuert. Wir freuen uns, dass er bei uns spielt, und sind gespannt, was er im Interview zu erzählen hat…unser Mann im Rückraum rechts: SERGEJ ZUTIC.
OH: Wann hast du mit dem Handball begonnen und wo hast du in der Jugend gespielt?
SZ: Ich fing mit 8 Jahren in der E-Jugend bei „TS Bischofsheim“ an. Anschließend wechselte ich zur „TS Steinheim“, dort spielte ich die restliche Zeit meiner Jugend, wobei der Verein mit dem „TV Kesselstadt“ fusionierte und zur heute bekannten „HSG Hanau“ wurde.
OH: Was waren deine größten Erfolge in deiner Handballkarriere?
SZ: Ein großer Erfolg in meiner Anfangszeit war es natürlich für die Hessenauswahl spielen zu dürfen. Ansonsten waren meine Erfolge in der Jugend zweimal die Südwestdeutsche Meisterschaft zu gewinnen, sowie in das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft zu gelangen. Mein letzter großer Erfolg war mit der „HSG Nieder-Roden“ um den DHB-Pokal spielen zu dürfen.
OH: Da wären wir schon bei deiner Zeit in der 3. Liga, welche Erfahrungen konntest du dort sammeln?
SZ: Dass man sich jeden gewonnenen Zentimeter hart erkämpfen muss und jede Millisekunde, in der man unachtsam ist, gnadenlos bestraft wird! Ich konnte sehr viel in Sachen„Teamspiel“ und vor allem „taktischem Spiel“ lernen. Das wird in dieser Liga verlangt, vor allem bei der HSG Nieder-Roden, bei der diese Art des Spiels der Grundstein des Erfolges ist. Die Härte spielt natürlich auch eine sehr große Rolle. Das habe ich vor allem mitbekommen, da ich dort meine erste richtige Saison im Herren-Bereich gespielt habe.
OH: Wie kam es dann, dass du zur SGB gewechselt bist?
SZ: Durch meinen Ausbildungsbeginn sah ich es als sehr schwere Herausforderung, die Arbeit mit Training und Spiel in der 3. Liga unter einen Hut zu bekommen, da die Anfahrtswege nicht gering sind. In Bruchköbel sehe ich einen starken Verein mit dem Potenzial sich immer weiter zu steigern. Ich habe ja bereits mit einem der Spieler hier in der Jugend zusammen gespielt, aber auch mehrere spannende Spiele gegen die SGB schon bestritten und wusste, dass sehr viele gute Spieler hier spielen, die wie ich mehr erreichen wollen. Ich möchte versuchen, mein bestmögliches beizusteuern, um dem Verein, den anderen Spielern und mir selbst diesen Erfolg möglich zu machen.
OH: Zu deiner Spielweise, du gehst als Rückraumspieler sehr oft genau dorthin, wo es weh tut! Ist das 1 gegen 1-Spiel deine große Stärke?
SZ: Handball ist ein körperbetontes Spiel, somit habe ich keine Probleme auch mal etwas einstecken zu müssen. Ich spiele sehr gerne das 1 gegen 1, da sich blitzartig Möglichkeiten für mich wie auch für die Mitspieler ergeben, das hoffentlich gewonnene 1 gegen 1-Spiel auszunutzen und im besten Falle ein Tor zu erzielen. Es ist auf jeden Fall eine Stärke von mir, jedoch reicht das für einen Rückraumspieler nicht aus. Wichtig ist es auch gefährlich aus dem Rückraum selbst zu sein, da sich der Gegenspieler sonst zu leicht auf mich einstellen kann.
OH: Die Vorbereitung zu dieser Saison, war sie der Grundstein für die guten Leistungen bisher?
SZ: Auf jeden Fall ein erster Grundstein. Das primäre Ziel einer Vorbereitung ist es fit und körperlich stark zu werden, um diese Stärken im Spiel einsetzen zu können. Das Handballspiel verlernt man nie ganz. Die wichtige Grundlage für die guten Leistungen waren aber die Freundschaftsspiele am Ende der Vorbereitungsphase und die ersten Saisonspiele. Erst in den Spielen lernt man den Mitspieler in seiner Spielart richtig kennen.
OH: Dein Kommentar zum bisherigen Verlauf der Vorrunde!
SZ: Eine sehr starke Leistung! Außer in den zwei Niederlagen, wobei die erste gegen Dutenhofen durch sehr viele einfache Fehler verschuldet war, da wir einfach noch nicht richtig eingespielt waren. Ansonsten haben wir uns eigentlich von Spiel zu Spiel gesteigert und immer mehr einen Spielfluss bekommen, im Angriff wie auch in der Abwehr.
OH: Und ein Wort zum grandiosen Bürgel-Spiel?
SZ: Gerade hier kann ich nur ein großes Lob an meine Mitspieler aussprechen! Man hat in jeder Sekunde gemerkt, dass alle voll dabei waren und immer 100% gegeben haben, seien es die Spieler auf dem Feld oder auf der Bank! Vor allem in der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass wir vor allem in der Abwehr schwer zu knacken waren und somit auch leichte Tore im Gegenstoß erzielen konnten.
OH: Haben wir auch eine Chance, etwas über dein Privatleben zu erfahren: Job, Hobbies…
SZ: Ich habe dieses Jahr eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherung und Finanzen gestartet. Bis jetzt habe ich nur positive Eindrücke und die Arbeit macht mir sehr viel Spaß! Vor allem ist es ganz nützlich, dass wir einige Versicherungsleute in unserer Mannschaft haben, so habe ich jederzeit einen Ansprechpartner, falls ich mal nicht weiter komme. Neben der Ausbildung und dem Handball bleibt leider nicht so viel Zeit. Diese versuche ich dann bestmöglich mit verschiedenen Aktivitäten zu füllen. Manchmal brauche ich auch Zeit für mich,um einfach mal abzuschalten.
OH: Möchtest du eine Botschaft an eure Fans loswerden?
SZ: Bitte unterstützt uns weiter so zahlreich wie momentan! Vor solch einer guten Kulisse spielen zu dürfen macht sehr viel Spaß. Und mit diesem Spaß wird unser Handballspiel nochmal besser und macht uns stärker! Denn wenn wir mal nicht auf dem Höhepunkt der Motivation sind, könnt ihr sie uns wieder geben, sodass wir nach den 60 Minuten mit und sogar dank euch den Sieg zusammen feiern können.
OH: Zum Schluss, ein Wort zu den neuen Handball-Regeln diese Saison, habt ihr euch gut auf sie eingestellt?
SZ: Viele der neuen Regeln wirken erst ab der 3. Liga. Von daher ist es kein gravierender Unterschied zu davor. Bei einigen Regeln muss man zwar erstmal den Kopf schütteln, kommt man jedoch im Spiel zu solch einer Situation, versteht man es teilweise besser. Meiner Meinung nach sollte nicht zu viel an den Regeln gemacht werden, um den Spielfluss nicht zu beeinträchtigen.

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