02/17 Interview mit Sebastian Dietrich

Im heutigen Interview stelle ich mir tatsächlich die Frage, bin ich zu neugierig gewesen? Oder gehört das einfach dazu zum Job des Interviewers? Ich erinnere mich bei diesem Thema an einen Ausspruch von Ulla Ermold (oder war es Rosi Herwig), die sagte: „Es gehört sich nicht, zu neugierig zu sein. Viel besser ist es, wenn man alles weiß, dann muss man auch nicht neugierig sein!“ Egal, unser heutiger Interviewpartner ist ein Colt für alle Fälle. Er kann alle Positionen spielen, und er kann auch alle Fragen beantworten, und zwar in einer Geschwindigkeit, wie es sie bisher noch nicht gab bei uns. Trotzdem muss man ihn im Moment als unseren Pechvogel betrachten, hat er sich doch im Training eine schwere Gesichtsverletzung zugezogen, die nicht nur eine schwierige Operation nach sich zog, sondern ihn für die nächste Zeit leider auch zum Handball-Zuschauer gemacht hat. Umso mehr bedanken wir uns bei SEBASTIAN DIETRICH dafür, dass er sich die Zeit für dieses Interview genommen hat!
OH: Lieber Basti, als Erstes natürlich die Frage nach deinem Befinden, wie geht es dir nach deiner schweren Gesichtsverletzung, wie ist die Operation verlaufen?
SD: Die Operation ist sehr, sehr gut verlaufen, obwohl es ein schwieriger Eingriff war. Die Ärzte der MKG Gesichtschirurgie haben einen super Job gemacht. Ich fühle mich zur Zeit ganz gut und bin natürlich froh das ich alles hinter mir habe.
OH: Wann darfst du wieder anfangen zu trainieren und was glaubst du, wann ist wieder mit dir auf dem Spielfeld zu rechnen?
SD: Ich habe ein Sportverbot von 6 Wochen, wobei ich nach 3 Wochen mit leichten Kräftigungsübungen anfangen darf. Die Knochenbrüche dürften nach 8-10 Wochen verheilt sein, dann kann ich wieder mit dem Kontaktsport anfangen und hoffe dass ich den Jungs im Endspurt noch mal helfen kann!
OH: Für die Bruchköbeler Fans, die dich nicht so gut kennen, kannst du noch mal kurz wiederholen: Wo hast du Handballspielen gelernt, wo hast du bisher gespielt und wann und wie hat es dich dann letztendlich zur SGB verschlagen?
SD: Ich habe das Handballspielen in Erlensee gelernt, danach habe ich die Jugendmannschaften der TS Steinheim durchlaufen, dann HSG Hanau, HSG Maintal und seit 2015 bin ich bei der SGB. Der Kontakt ist durch Kazimir Balentovic entstanden, der mir zu dem Schritt geraten hat, da sich in Maintal die Mannschaft aufgelöst hat, auch Mike Fuhrig konnte mir nur Positives zu Bruchköbel sagen, da er mein Trainer in Maintal war und auch die SGB schon trainiert hat. Ich musste nicht lange überlegen.
OH: Und deine Position auf dem Spielfeld ist für viele auch ein Rätsel! Wir haben dich schon fast überall außer im Tor gesehen. Welches ist deine Lieblingsposition und wo hast du in deiner Handballkarriere am häufigsten gespielt?
SD: Ich fühle mich schon im linken Rückraum zuhause. Als ich mit dem Handball begann, habe ich im Tor angefangen, da mein Vater auch Torwart war, in der Jugend habe ich oft links Außen und Mitte gespielt. Von daher, ich spiele da, wo die Mannschaft mich braucht.
OH: Die Saison bisher verläuft, abgesehen von deiner Verletzung, nahezu optimal für die SGB. Was kannst du jetzt tun, um deinem Team zu helfen, diese derzeitig fantastische Form beizubehalten?
SD: Ich hoffe natürlich, dass ich in den nächsten Wochen den Trainingsrückstand langsam aufholen kann, um dann schnellstmöglich wieder zu spielen. Ansonsten ist es einfach wichtig die gute Stimmung in der Mannschaft und die Lockerheit beizubehalten, das macht uns stark. Was die Jungs leisten ist wirklich gut und macht mich auch stolz.
OH: Gerade im nächsten Topspiel gegen Pohlheim wirst du schmerzlich fehlen, erinnern wir uns doch alle daran, dass du im Hinspiel mit 13 Treffern der Mann des Spiels gewesen bist. Wirst du wenigstens auf der Bank sitzen, um dem Gegner Angst einzujagen?
SD: Gegen Pohlheim hätte ich sehr gern gespielt, das Hinspiel habe ich nicht vergessen, aber wir sind gut aufgestellt, um das Spiel positiv zu gestalten. Ich werde als Zuschauer die Daumen drücken, es sei denn, es wird ein Platz auf der Bank frei.
OH: Es hält sich zu dem 13-Tore-Spiel auch hartnäckig das Gerücht, dass bei diesem Spiel deine Freundin auf der Tribüne für die nötige Motivation gesorgt hat!? Da stellt sich natürlich die Frage: Warum hat sie keine Dauerkarte und sitzt immer im Publikum?
SD: Das ist richtig, sie war dabei und hat mich zusätzlich motiviert. Leider sind wir nicht mehr zusammen. Sie kam aus der Schweiz, wir hatten uns im Urlaub kennen gelernt. Wir mussten uns eingestehen, dass es auf Dauer doch schwierig ist eine Fernbeziehung zu führen. Trotzdem war es eine sehr schöne Zeit und wir sind Freunde!
OH: Ja, dann schicken wir natürlich ganz besondere Grüße auf diesem Wege in die Schweiz…Und wo wir gerade beim Privatleben angelangt sind. Ich erinnere mich natürlich gerne daran, dass du (wie wir fast alle im Moment) eingefleischter Eintrachtfan bist. Welche anderen Sportarten interessieren dich, oder welche anderen Hobbys außer Handball hast du?
SD: Na klar, die Eintracht ist mein großes Hobby, auch wenn es schwer wird alles unter einen Hut zu bringen. Ich interessiere mich generell für Sport und unternehme gern etwas mit Freunden.
OH: Zum Schluss darfst du noch eine Antwort geben, ohne dass ich eine Frage stelle. Eine Botschaft an die Kameraden oder an deine Fans, die dir natürlich geschlossen eine gute Genesung wünschen!
SD: Ich wünsche den Jungs viel Erfolg für das Heimspiel gegen Pohlheim und auch für die kommenden Spiele, gebt Gas und habt vor allem Spaß! Den Fans wünsche ich ein spannendes und faires Spiel mit vielen Emotionen!
OH: Lieber Sebastian, noch mal die allerbesten Wünsche zu deiner Genesung von der Handball-Aktuell-Redaktion, und vielen Dank, dass du spontan für dieses Interview eingesprungen bist.

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